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Sind Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) und Legasthenie dasselbe?

Die Antwort ist jaein. Ja, wenn es um das Erscheinungsbild geht, das heißt, das Kind hat Schwierigkeiten das Lesen u/o Schreiben zu erlernen. Nein, wenn die Ursachen benannt werden.
Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) kann entweder grundlegend durch eine Minderbegabung, Sinnesbehinderung (z. B. schwergradige Seh- und Hörstörungen), neurologische Erkrankung (z. B. schwergradige Zerebralparese) oder durch eine vorübergehende Erscheinung wie einen häufigen Lehrer- oder Schulwechsel, eine längere krankheitsbedingte Abwesenheit von der Schule, eine Übersiedelung aus einem anderssprachigen Land sowie durch eine Familienkrise (z. B. Scheidung, Todesfall) bedingt sein. Das heißt, die Ursache für die Lese-Rechtschreibschwäche wird im Gegensatz zur Legasthenie in den äußeren, vorübergehenden Umständen gesehen.
Legasthenie wird im Gegensatz zur Lese-Rechtschreibschwäche als eine umschriebene Lese-Rechtschreib-Störung verstanden, die schon als Anlage mitgebracht wird oder in der frühen Entwicklung entsteht und sich nicht durch mangelnde Begabung, unzureichende Beschulung oder beeinträchtigter Sinne begründen lässt. Mindestens 4—8 % aller Schüler sind davon betroffen (Warnke, Prof. Dr. Andreas, 2002).

Auffälligkeiten im Vorschulalter:
  • - hat keine/robbende und /oder verkürzte Krabbelphase
  • - zeigt verspätetes Gehen, schlechte Körperkoordination
  • - fällt über nicht vorhandene Gegenstände
  • - hat Schwierigkeiten beim Umgang mit Besteck, Schere, Schnürsenkeln, Knopflöchern
  • - zeigt oft Koordinationsschwierigkeiten beim Malen oder motorische Schwächen beim Sport wie - Rad-, Skifahren, Schwimmen
  • - schafft eigene Wörter, wie „Wasseral“ statt „Mineralwasser“
  • - spricht spät/lispelt/stottert/stammelt
  • - hat Schwierigkeiten beim Merken von Reimen und Liedern sowie bei Memory- und Puzzlespielen

Auffälligkeiten im Verlauf der Schulzeit:
  • - leicht ablenkbar, wenn es um jegliche Arbeit mit Symbolen, also Buchstaben und Zahlen, geht;
  • - ermüdet auch schnell
  • - scheinbare Seh- sowie Hörprobleme, auch öfter sprachliche Mängel
  • - Probleme im Bereich von „Raum und Zeit“
  • - verkrampfte Körperhaltung
  • - unleserliches Schriftbild

Typische Symptome beim Rechtschreiben
  • - Schreibhemmungen
  • - Viele Fehler
  • - Verwechslung von Buchstaben, die ähnlich aussehen z.B. b/d, p/g, p/q, ie/ei
  • - Verwechslung von Buchstaben, die ähnlich klingen z.B. d/b, d/t, g/k, f/pf/w, ß/z, ch/sch/tsch
  • - Die Reihenfolge der Buchstaben wird vertauscht
  • - Viele Fehler bei Dehnung und Dopplung
  • - Buchstaben, Wortteile und ganze Wörter werden weggelassen z.B. Has statt Haus, Sne statt Sonne   oder Imnof statt Blumentopf
  • - Rechtschreibregeln werden nicht angewendet
  • - Das Abschreiben gelingt nicht fehlerfrei
  • - Unleserliche Handschrift

Typische Symptome beim Lesen
  • - Schwierigkeit beim Verbinden der einzelnen Laute z.B. So statt Sonne
  • - Geringe Lesegeschwindigkeit
  • - Wörter werden mit großer Mühe nacheinander gelesen
  • - Der Sinn des Satzes wird häufig nicht verstanden